Brunnen und Wasserspiele in Deutschland:

Lindau am Bodensee


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"Lindau, das seinen frühmittelalterlichen Gründungsgrundriss bis heute bewahrt hat, stellt durch das Zusammentreffen verschiedenster städtebaulich wirksamer Faktoren - zunächst Fischersiedlung, später Seehafenstadt, anfangs stiftische Marktsiedlung, dann bürgerliche Handelsstadt, einerseits separater Klosterbezirk, andererseits befestigte Reichsstadt - einen stadtbaugeschichtlichen Einzelfall dar (...)." Lindaus ausgeprägte Insellage förderte diese besondere Entwicklung seit Anfang. (Dehio, /1/)
Es empfielt sich daher sehr, zu Fuß über die Brücke in die Altstadt zu kommen, um dann auf einem herrlichen Rundweg die ganze Insel zu erkunden. Und gleich nach Überschreiten der Brücke finden wir ein modernes Wasserspiel :

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Beim Rundgang um die Insel und durch die Altstadt kann man wirklich viel entdecken - sowohl entspannte Plätze als auch trubelige Orte - einsame Brunnen und solche, die voll in das gastronomische Geschehen eingebunden sind ;-)

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Die beiden schönsten Brunnen aber sind die folgenden:

Der Lindaviabrunnen

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Lindavia - das ist die Schutzgöttin und allegorische Personifikation der Stadt Lindau. Die Brunnenfigur auf dem hohen Sockel trägt deshalb eine Stadtkrone auf ihrem Kopf, außerdem hält sie einen Lindenzweig und ein Ruder in den Händen. Das Ruder symbolisiert die Schifffahrt; der Lindenzweig nimmt auf den Namen Bezug, denn Lindau ist der Ort, an dem die Linden wachsen. Seit alters her befindet sich das Bild einer Linde im Stadtwappen. In vier halbrunde Schalen ergießt sich das Wasser und vier Bronzefiguren stehen für die blühende Wirtschaft der Insel.
Der Brunnen wurde "errichtet von Staat und Stadt im Jahre 1884" - so kann man es auf der Rückseite am Sockel lesen.

Lindavia-Brunnen in Lindau
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Die vier bronzenen Figuren an den Becken verweisen auf die Quellen des Reichtums der Inselstadt, sie symbolisieren den Ackerbau, den Fischfang, die Schifffahrt und den Weinbau.

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Ackerbau, Fischfang, Schifffahrt und Weinbau auf dem Brunnenrand

Entworfen hat den Brunnen Friedrich von Thiersch, die Plastiken hat der Münchner Bildhauer Wilhelm von Rühmann (1850-1906) gestaltet. Die Einweihung erfolgte zum 20. Thronjubiläum des damaligen Königs Ludwig II. von Bayern. Der Brunnen steht auf dem Reichsplatz (dem ehemaligen Fischmarkt), schön abseits des Trubels am Hafen.

Der Neptunbrunnen

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Auf dem belebten Marktplatz, optisch eingerahmt von der Stephans- und der Marienkirche, befindet sich der zweite große Brunnen Lindaus, der Neptunbrunnen (ehemals Maximiliansbrunnen). Er stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert (1840) und ist eine Kopie nach dem Augsburger Neptunbrunnen. Auf antikisierender Säule im gusseisernen Brunnenkasten erhebt sich Meeresgott Neptun mit Dreizack und Delphin im Arm hoch über die Menschen auf dem Platz.

Neptunbrunnen in Lindau
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Es gibt noch mehr Brunnen in Lindau, z. B. den Lingg-Brunnen oder den Narrenbrunnen. Die muss ich hier leider schuldig bleiben. Vielleicht beim nächsten Mal...

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1) Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern III: Schwaben, Dt. Kunstverlag 1989


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