Brunnen und Wasserspiele in der näheren Umgebung von Dresden:

Meißen

Die Stadt Meißen ist ein Schmuckkästchen, allein die einzigartige Ansicht über die Elbe zum Burgberg mit Dom und Schloss begeistert jedesmal aufs Neue. Absolut sehenswert sind der Meißner Dom, das Schloss Albrechtsburg, die Altstadt mit Marktplatz, Rathaus, Frauenkirche, die Porzellanmanufaktur und vieles weitere ... Monumentale Brunnenanlagen kann man hier allerdings nicht finden, um so mehr freut man sich über die Brunnen, die beim Bummel durch die Altstadtgassen plötzlich am Wege entdeckt werden ...

Der Kändlerbrunnen in Meißen

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Ansichtskarte 1961, (1)
Der Name Johann Joachim Kändler (1706 bis 1775) ist untrennbar mit den besten Werken der Meißner Porzellanmanufaktur verknüpft. Er war der bedeutendste Modelleur der Meißner Porzellanmanufaktur (Wikipedia).
Der "Kändlerbrunnen" wurde 1960 zum 250. Jahrestag der Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur eingeweiht. Im Brunnenbecken steht (genauer: stand) auf einer rötlichen Granitsäule die Figur eines Kasuars (ein Laufvogel) aus weißem Meißner Porzellan nach einem Modell Kändlers. Leider war die Figur zur Zeit der Fotoaufnahmen (2011) bereits länger schon nicht mehr vorhanden (s. u.), ab und an setzten Spaßvögel wenigstens eine Gans oder ein Plaste-Entlein auf die Säule ...

Kändlerbrunnen (2011)
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Aktualisierung: Er ist wieder da!

Seit Oktober 2015 kann man einen neuen Kasuar in aller Pracht auf der Brunnensäule bewundern. Doch diesmal ist der weiße Vogel aus Kunststoff und außerdem fest verankert!

Ein entsprechendes Foto aus Meißen werde ich bei Gelegenheit nachliefern. Überraschend bekam ich kürzlich die folgenden Bilder aus Japan zugeschickt. - hb

Kändlerbrunnen in Japan

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Im Kyushu Keramik Museum gibt es den Brunnen tatsächlich ein zweites Mal. Die Schrifttafel daneben klärt auf:
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Der Brunnen wurde 1987 der Stadt Arita von der Stadt Meißen in der (ehemaligen) Deutschen Demokratischen Republik (heute Bundesrepublik Deutschland) anlässlich der Aufnahme der Städtepartnerschaft geschenkt.
Das Originalmodell des Vogels fertigte 1731 der berühmte Keramikkünstler Johann Joachim Kändler (1706-1775) in Meißen an, diese Nachbildung wurde 1985 in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen hergestellt.
Der Brunnen zeigt ein lebensgroßes Modell des Helmkasuars, eines großen, straußenähnlichen Vogels. Das Symbol der gekreuzten Schwerter an den Hinterbeinen ist das Markenzeichen der Meißner Porzellanmanufaktur.
(Text: Übersetzung von der Infotafel)

Kändlerbrunnen mit Kasuar in Japan
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Die Fotos vom Brunnen in Japan stammen von Peter Hieke. Danke Peter!

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Der Heinrichsbrunnen auf dem Heinrichplatz

Der erste deutsche König, Heinrich I., gründete nach erfolgreichem Feldzug um 929 hoch über der Elbe eine Burg, an derem Fuße sich die Stadt Meißen, so benannt nach dem kleinen Flüsschen Misni, entwickeln sollte. So kann man es auf dem Spruchband lesen, welches um den Brunnen herum im Bodenpflaster des Heinrichplatzes verlegt ist. Der Heinrichsbrunnen wurde 1863 errichtet. Das von dem Dresdner Bildhauer Robert Henze (1827-1906) geschaffene Denkmal zeigt den König mit seiner Burggründung im Arm. Robert Henze schuf u. a. auch die bekannten (vergoldeten) Figuren auf dem Gebäude der Kunstakademie in Dresden (die Fama, Eros und Phantasos) sowie den  -->Müllerbrunnen und das Denkmal für die Kurfürstin Anna in Dresden.
Dass König Heinrich aber als Schutzpatron der Radfahrer auf dem Elbe-Radweg gilt, ist jedoch ein Missverständnis ...

Heinrichsbrunnen
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Brunnen im ehemaligen Zollhof (Lothar-Sell-Brunnen)

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Unmittelbar am Heinrichplatz gegenüber befindet sich im ehemaligen Zollhof ein schön gestalteter Terrakotta-Brunnen von Lothar Sell. Der Brunnen mit den beiden lustigen Figuren zeigt Architekturelemente des mittelalterlichen Meißen mit Weintrauben und anderen Früchten. Dazwischen sind Meißnische Pfennige verteilt, über alles rieselt leise Wasser. Der Brunnen wurde 1998 eingeweiht.

Brunnen im Zollhof
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Röhrfahrt, Brunnenkeller und Wasserversorgung

Als Röhrfahrt werden die langen Holzröhren bezeichnet, die für die mittelalterliche Wasserversorgung der Stadt (bzw. in vorindustrieller Zeit) Verwendung fanden. Es bedurfte großen Geschicks, um solche Röhren mittels Aufbohren herzustellen. Bei den Sanierungsarbeiten in Meißen wurden Teile dieses alten Röhrfahrtsystems zusammen mit den alten Quellbrunnen wiederentdeckt und teilweise geschickt in die Neugestaltung öffentlicher Plätze mit einbezogen. So z. B. auf dem kleinen Platz unterhalb des Burgberges: Der historische Brunnentrog wird mit solchem Röhrfahrtwasser gespeist, ebenso der steinerne Brunnentrog direkt vor der Frauenkirche am Markt. Auch in einigen Häusern kann man noch (inzwischen wieder hergestellte) alte Brunnenschächte und Brunnenkeller entdecken. Zug um Zug soll das Röhrfahrtsystem erneuert werden und die Attraktivität Meißens weiter erhöhen.

Brunnen und Brunnentröge in Meißen
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Der Quellstein auf dem Domplatz zu Meißen

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Heinrich I.  (2)
Dieser Platz ist geschichtsträchtig: Heinrich I. ließ hier weit im Osten des damaligen Reiches die Burg Misni/Meisa gründen, die zum Mittelpunkt der Markgrafschaft Meißen wird. Nach der Einrichtung des Erzbistums Magdeburg 968 durch seinen Sohn Otto I. wird dem Magdeburger Erzbistum das neugegründete Bistum Meißen zugeordnet. Meißen wird Ausgangspunkt von Christianisierung und Ostexpansion. Der Burgberg mit seinem Domplatz ist sozusagen die Keimzelle des heutigen Sachsen.
Nach umfangreichen Sanierungen und archäologischen Grabungen wurde im Mai 2011 die Neugestaltung des Domplatzes abgeschlossen und der Quellstein aus rötlichem Granit eingeweiht. An diesem Ort befand sich auch die ursprüngliche Wasserstelle der Burg und so wird auf sehr schöne Weise symbolisiert, wie vor über tausend Jahren die Geschichte hier ihren Anfang nahm ...

Quellstein auf dem Domplatz
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Bildnachweis:
(1) Virtuelles DDR-Postkartenmuseum www.ddr-postkarten-museum.de
(2) Heinrich I. gründet die Burg Meißen, DEFA-Diaserie Meißen

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nach Moritzburg und Großenhain