Brunnen und Wasserspiele in Danzig

(aktuell nur zwei:)

Der Neptunbrunnen auf dem Langen Markt in Danzig

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Schlendert man die Langgasse vom Hohen Tor bis zu ihrem Ende am Grünen Tor entlang, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Bebauung ist einfach unglaublich prächtig und die Fassaden der Patrizierhäuser künden von einstigem Reichtum. Dabei sollte man sich vergegenwärtigen, dass nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg hier alles in vorbildlicher Weise wieder aufgebaut wurde. Die Leistungen der polnischen Restauratoren und Bauleute kann deshalb gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Langer Markt und Neptunbrunnen
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Hinter dem Rathaus der Rechtsstadt weitet sich die Straße zum Langen Markt, einem langezogenen Platz bis hin zum Grünen Tor. Hier finden wir den aus der Spätrenaissance stammenden Neptunbrunnen, den schönsten Brunnen Danzigs.

Neptunbrunnen
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"Hinter einem kunstvoll geschmiedeten, eisernen Gitter ist ein großes, steinernes Becken mit reichem, ornamentalen und figürlichen Schmuck aus späterer Zeit aufgestellt. Darüber erhebt sich eine flache Schale, die von der Bronzefigur des Neptun mit dem Dreizack überragt wird.
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Zahlreiche, feine Wasserstrahlen umspielen die Schale und den Wassergott und laufen in das steinerne Becken zusammen. Sie gewähren den Eindruck, als ob der Brunnen eine große Menge Wassers stündlich erfordere; und doch ist der Wasserverbrauch äußerst gering. Dieser Eindruck wird erweckt durch die außerordentlich feine Verteilung der ganz dünnen Wasserstrahlen, und weil das Hineinblicken in das Becken bei seiner Höhe nicht möglich ist.
Der Brunnen steht in einer Ecke des Langenmarktes, von der Langgasse her aber weit sichtbar. An dieser gut gewählten, bevorzugten Stelle vereinigt er sich mit dem Rathaus, dem Artushof und der Langgasse, in die der Blick im Hintergrunde weit hineinreicht, zu einem Städtebild, wie es nur ganz wenige andere Städte aufweisen."
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Bartholomäus Schachmann, Anfang des 17. Jahrhunderts Bürgermeister in Danzig, brachte von seiner Italienreise die Idee für den Brunnen mit. Abraham van den Blocke fertigte den Entwurf an, von den Bildhauern Peter Husen und Johann Rogge stammt die Neptunfigur, die 1615 in Augsburg gegossen wurde. 1634 wurde der Brunnen dann eingeweiht, das kunstvolle Eisengitter stammt aus dem gleichen Jahr. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Brunnen durch Johann Karl Stender mit weiteren Figuren ergänzt und in der Folgezeit natürlich auch mehrfach restauriert, letztmalig 2012.


Das Heweliusz-Wasserspiel an der Großen Mühle

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Die Große Mühle aus der Zeit um 1350 ist etwas Besonderes, das man beim nur flüchtigen Blick wohl nicht richtig würdigt: Doch tatsächlich gehört sie "zu den wenigen mittelalterlichen Industriebauten, die in Mitteleuropa erhalten blieben. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde hier mit 18 Mühlrädern Mehl gemahlen." /2/
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2014 wurde nördlich der Mühle das Heweliusz-Wasserspiel eingeweiht, Anlass war der Abschluss der Sanierungsarbeiten der Danziger Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Das Wasserspiel besteht aus zwei Teilen: Von einer Mauer aus schwarzem Stein vor der Mühle ergießt sich das Nass wie ein Wasserfall auf die Fläche davor, davon getrennt befindet sich ein rechteckiges Becken mit drei oben unterbrochenen Ringen, von denen feine Wasserstrahlen aus den Düsen treten. Ergänzt wird dieser zweite Bereich durch weitere Strahlen außerhalb der Ringe sowie durch Fontänen, die innen unterschiedliche Höhen realisieren. An der Wasserwand (Seite zur Mühle hin) befindet sich eine Tafel mit einem Zitat (in sechs Sprachen) von Heweliusz: "Wasser, diese flüssig Materie, hat nichts Festes in sich." Wer war Heweliusz?

Heweliusz-Brunnen
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Jan Heweliusz (dt. Johann Hewelcke, 1611-1687) war Ratsherr und Astronom in Danzig. Er entdeckte mehrere Kometen, erstellte Mondkarten (Selenographie) sowie Sternkarten und beobachtete die Sonnenflecken. Sein Grab befindet sich in der Danziger Katharinenkirche.
Abends spielt das ihm zu Ehren benannte Wasserspiel mit verschiedenen Lichtstimmungen:

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Wenige Schritte weiter vor dem Altstädter Rathaus befindet sich das Heweliusz-Denkmal. Der Astronom ist als bei der Himmelsbeobachter dargestellt, an einer seitlichen Hauswand sehen wir seine Sternkarte.

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Die Brunnen und Wasserspiele in Polen werden fortgesetzt...

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Quellen und Literatur:
/1/  aus: Danzig und seine Bauten, Herausgegeben vom Westpreußischen Architekten- und Ingenieur-Verein zu Danzig, Berlin, 1908, Verlag Wilhelm Ernst & Sohn, S. 432 (Digitalisat: Robarts-University of Toronto, Internet Archiv: https://archive.org)
/2/ Tomasz Torbus, Polen, DuMont Kunst-Reiseführer, Ostfildern 2011