Vier Tageszeiten - Skulpturen und Plastiken in Chemnitz, Teil 6


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Beim Bummeln durch die Schloßteichanlagen in Chemnitz kann man doch tatsächlich alle "Vier Tageszeiten" gleichzeitig erleben. Wie das?
1861 erhielt Johannes Schilling (1828-1910), einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit, in Dresden den Auftrag zur Ausschmückung der Treppe zur Brühlschen Terrasse. Schilling entwarf vier allegorische Figurengruppen, die die Tageszeiten Morgen, Mittag, Abend und Nacht darstellen. Diese "Vier Tageszeiten" brachten dem Bildhauer viel Lob und auf der Wiener Kunstaustellung 1869 einen 1. Preis ein.

Vier Tageszeiten (Sandstein)
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Bronze in Dresden
Die Skulpturen wurden aus Postelwitzer Sandstein angefertigt, 1871 wurde die letzte Figurengruppe dann an der Treppe zur Brühlschen Terrasse in Dresden aufgestellt.
Doch den "Vier Tageszeiten" war in Dresden kein langes Dasein vergönnt. Witterungs- und Umwelteinflüsse zogen den Sandstein der Figuren stark in Mitleidenschaft, so dass beschlossen wurde, die Gruppe durch Bronzeabgüsse zu ersetzen. So geschah es auch: 1905-08 wurden die Figuren in Bronze gegossen und an der Brühlschen Terrasse neu aufgestellt, wo sie bis heute von zahlreichen Touristen bewundert werden.

Was aber passierte mit den Sandsteinoriginalen? Sie wurden der Stadt Chemnitz geschenkt und 1909 auf dem damaligen Königsplatz (heute Theaterplatz) neben der Petrikirche, eingebunden in eine Brunnen- und Treppenanlage zum Schillerplatz, in der gleichen Anordnung wie in Dresden aufgestellt.
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Hier mussten sie jedoch 1928 weichen, als an dieser Stelle das Hotel Chemnitzer Hof gebaut werden sollte. Die "Tageszeiten" wurden demontiert und eingelagert.
1936 fanden sie dann ihren endgültigen Aufstellungsort in den erweiterten Schloßteichanlagen, die unter Leitung des Stadtbaurates Fred Otto neu gestaltet wurden.
2010 bis 2011 wurden die Skulpturen saniert und fehlende Teile ersetzt. 2017 erfolgte eine weitere Bearbeitung, u. a. wurden die inzwischen schwarz gewordenen Oberflächen mit einer hellen, dem ursprüngliche Sandstein nachempfundenen Schutzschicht versehen.

Schauen wir uns die Figurengruppen im Einzelnen an, jede besteht aus einer Hauptfigur, der zwei jüngere Nebenfiguren beigegeben sind.

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Der Morgen

Prächtige Frauengestalt*), im Haar glänzt der Morgenstern.

Ausgeschlafen lüftet sie das Gewand und atmet tief ein in dem Bewusstsein, das Tagwerk zu beginnen. Zwei liebliche Mädchen befinden sich an ihrer Seite, das eine befestigt gerade seine Sandale am Fuß, das andere begießt die heranwachsende Blume mit frischem Wasser aus dem Krug.
*) so der Text auf der Infotafel

Der Morgen
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Der Mittag

Edle Männergestalt*), das Haupt mit Strahlenkrone geschmückt.

Triumphierend hält der Mann in der rechten Hand den Ruhmeskranz empor, der ihm auf der Höhe des Lebens gespendet wurde; im linken Arm trägt er die Früchte von Feld und Garten. Der Jüngling zu seiner Rechten streckt verlangend die Hand nach dem Kranz aus, der Knabe links neben ihm jedoch hat zum Spaten gegriffen, um den Boden zu bearbeiten.
*) so der Text auf der Infotafel

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Der Abend

Kräftige Männergestalt*) mit Weingerank und Abendstern.

Nach vollbrachtem Tagwerk gibt der Mann sich dem Genuss und der Entspannung hin, er trinkt aus einer Schale Bacchus' Gabe - den Wein - und lauscht dem Spiel der beiden Mädchen.
*) so der Text auf der Infotafel
Der Abend
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Die Nacht

Edle Frauengestalt*) mit Mondsichel als Diadem im Haar.

Sie breitet schützend ihr Gewand um den schlafenden Knaben zu ihrer Rechten. Auf der anderen Seite flüstert Morpheus (der Gott der Träume) dem Schlafenden süße Träume zu...
*) so der Text auf der Infotafel

Die Nacht
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Quelle und Text: siehe Tafel neben den Figuren, Schillingsche Figuren - Vier Tageszeiten, Chemnitz, Stadt der Moderne, Verein der Gästeführer Chemnitz e. V. (VGC)