Brunnen und Wasserspiele in Deutschland:

Mosella -

oder: Die Vielfalt der Brunnen und Wasserspiele an der Mosel

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Alken an der Mosel
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Dies ist in Deutschland zweifellos eine der schönsten Landschaften: In vielen Windungen und großen Schleifen schlängelt sich die Mosel, links und rechts begleitet von den Steillagen der Weinberge, von Trier bis Koblenz, wo sie schließlich am "Deutschen Eck" in den Rhein mündet. Der Weinanbau ist in dieser Gegend allgegenwärtig, er prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch die Menschen. Und was gibt es Schöneres, als nach getaner Arbeit sich ein Gläschen Riesling zu gönnen?
Da ist es nur verständlich, wenn in den malerischen Orten an der Mosel, wo doch der Wein hier so überaus präsent ist, auch die Brunnenmotive sich dem Winzerleben zuwenden...

Der Weinbrunnen in Leiwen

Die Tafel am Brunnen verrät uns, dass der Weinbrunnen in Leiwen von der Firma Carl Reh im Jahr 1979 anlässlich ihres 50jährigen Bestehens gestiftet wurde. Der Brunnen wurde vom Bildhauer Adolf Herbig, Enkenbach-Alsenborn, gestaltet und am 18.08. 1972 eingeweiht.

Weinbrunnen in Leiwen
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Weinbrunnen in Piesport

In Piesport wird mit dem Weinbrunnen vor der Michaelskirche der frühere Pfarrer Johannes Hau geehrt. Johannes Hau (1732-1816) hat sich insbesondere um den Riesling große Verdienste erworben, heute ist der Riesling die bevorzugte Rebsorte an der Mosel. Die vier Reliefs an der Brunnensäule stellen Szenen aus dem Winzerleben dar, bekrönt wird die Säule von der Figur des Pfarrers. Der Brunnen wurde 1983 errichtet.

Johannes-Hau-Brunnen, Piesport
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Dorfbrunnen in Ferres (Piesport)

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Dass Piesport noch mehr zu bieten hat, darüber klärt im Ortsteil Ferres die Tafel am Dorfbrunnen auf:
"Ferres ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Piesport, anno 1168 als "Bovaris" bezeugt. (...) Der Dorfbrunnen (Boor genannt), war bis 1958 der Wasserspender für die Einwohner von Ferres. Er war also ein wichtiger Lebensborn und als solcher ein Treffpunkt der Leute. (...)"
Der "Boor" (um 1884) auf der Bruder-Eberhard-Straße ist ein Laufbrunnen und ein Beispiel für die älteste Brunnenform, bestehend aus Brunnenstock und trogförmigen Becken.

Dorfbrunnen (Boor), in Ferres (Piesport)
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Dorfbrunnen in Neumagen

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Römisches Weinschiff
Einen ganz ähnlichen Brunnen (also Steintrog und Brunnenstock) kann man auch in Neumagen finden. In Neumagen-Drohn belegen die archäologischen Funde aus der Römerzeit, dass dieser Ort der wahrscheinlich älteste Weinort Deutschlands ist. Berühmt ist vor allem das Relief eines römischen Weinschiffs. Und der römische Dichter Ausonius erwähnt im Jahr 376 explizit den Ort Neumagen (Noiomagum) in seinem Lied "Mosella": "...und endlich erblick' ich zuerst im belgischen Land Neumagen, des seligen Constantin erlauchte Feste. Reiner liegt hier die Luft auf den Feldern, und Phoebus erschließt in heiterem Licht den prächtigen Himmel." Na, wenn das keine Werbung ist...
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Da sollte endlich Zeit für ein Gläschen Moselwein übrig sein! Wo? - Im Brunnenhof, da erfolgt der Weinausschank!

Weinausschank im Brunnenhof, Neumagen
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Wo so viel Wein angebaut wird, da wird auch gefeiert... Auf den Weinfesten begeistern die Umzüge mit ihren farbenprächtigen Wagen, von denen die Weinköniginnen (und die Prinzessinnen) huldvoll herunterwinken...

Hier ein paar Eindrücke vom Weinfest Mittelmosel in Bernkastel-Kues:

Festumzug in Bernkastel-Kues
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Der St.-Michaels-Brunnen in Bernkastel-Kues

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Auf dem Marktplatz in Bernkastel-Kues fühlt man sich in eine andere Zeit und in eine andere Welt versetzt. Malerische Fachwerkhäuser, das Renaissancerathaus, das schmale "Spitzhäuschen" in der Nebenstraße, die St.-Michaels-Kirche in der Nähe und auf dem Markt der St.-Michaelsbrunnen - das ist irgendwie irreal. Doch zum Weinfest wird man durch die große Besucherzahl schnell wieder in die Realität geholt: Das Wasser ist abgestellt, denn am Michaelsbrunnen gibt es einen Weinausschank. Fast kein Durchkommen... Zum Glück kann man an einer Hausecke auf der Infotafel zum Brunnen folgendes lesen:
"Das 'Herz des Marktplatzes' stammt aus dem Jahre 1606 und ist dem Erzengel Michael gewidmet, der - mit dem Fuß auf einem Drachen stehend - in den Armen Schwert und Waage hält. Die Sinnbilder für den Sieg über das Böse und den Kampf für die Gerechtigkeit machen ebenso wie die vergoldeten Flügel, das filigrane Brunnengitter und die reichen Verzierungen deutlich, dass St. Michael eine ganz besondere Bedeutung für die Stadt hat: Er ist ihr Schutzpatron."

Weinfest und St.-Michaels-Brunnen in Bernkastel-Kues
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Der Martinsbrunnen in Cochem

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Marktbrunnen Cochem
Einen Schutzpatron als Brunnenfigur kann auch das sympathische Städtchen Cochem aufweisen: Den rechteckigen Marktplatz in Cochem ziert ein schöner klassischer Marktbrunnen mit achtseitigem, aus der Rundform entwickelten Brunnenbecken und mit der Figur des heiligen Martin auf der Brunnensäule. Ein Marktbrunnen mit der Statue des hl. Martin wurde bereits im Jahr 1459 erwähnt, doch 1863 war dieser Brunnen so schadhaft geworden, dass er abgebaut werden musste. Die alte Martinsfigur kam vor das Martinstor (auch Mäusetor genannt), auf dem Markt wurde ein neuer Brunnen aus Gusseisen errichtet mit einer Terrakottafigur des hl. Martin. Aber der neue Brunnen bot wohl keinen befriedigenden Anblick, denn schon 1906 wurde er durch den jetzigen ersetzt, 1935 auch die Terrakottafigur durch eine Bronzefigur des hl. Martin*).
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Cochem mit der Reichsburg
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Burgbrunnen
Der schöne Marktplatz mit barockem Rathaus wird von Fachwerkhäusern umgeben. Inmitten des geschäftigen Treibens laden verschiedene Cafés zum Verweilen ein. Doch auf keinen Fall sollte man sich den Besuch der hoch über dem Ort thronenden Reichsburg Cochem entgehen lassen! Dort gibt es natürlich auch einen Burgbrunnen...

Martinsbrunnen in Cochem
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*) Der später heilig gesprochene Martin, Offizier in römischen Diensten, hat der Legende nach seinen Mantel zerschnitten und die eine Hälfte einem frierenden Bettler gegeben. Später wurde Martin Bischof von Tours. Er ist Schutzpatron der Reisenden und einer der bekanntesten Heiligen überhaupt. Hier ist er der  Schutzpatron von Cochem.


Der Tatzelwurm-Weinbrunnen in Kobern-Gondorf, Bodenwasserspiele und Fährbrunnen

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Tatzelwurmbrunnen
Neben den "klassischen" Marktbrunnen, bestehend aus Brunnenbecken und Mittelsäule mit Figur, kann man in der Moselregion auch moderne Brunnen und Bodenwasserspiele bewundern. Im Ortsteil Kobern (Kobern-Gondorf) befindet sich auf dem Markt der "Tatzelwurmbrunnen": Der grausliche Drachenwurm Tatzel soll hier in den Weinbergen sein Unwesen getrieben haben (bis der Ritter Heinrich ihn erlegte), auf dem Markt scheint er aber eher das Bodenwasserspiel zu bewachen.

Tatzelwurmbrunnen und Wasserlauf
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Mathiaskapelle, Innenraum
Der Brunnen hat seine Geschichte: 1934 wurde der erste Tatzel-Weinbrunnen errichtet. Die damalige Drachengestalt war den mittelalterlichen Darstellungen auf den Kapitellen der St. Mathiaskapelle*), der Burgkapelle der Oberburg, angenähert. 1961 wurde die alte Drachenfigur durch den jetzigen Tatzelwurm ersetzt. Das alte Brunnenbecken wurde beseitigt und seit 2013/14 sprudeln die kleinen Fontänen des Bodenwasserspiels.

*) Die um 1230 erbaute Kapelle unbedingt anschauen! Sie ist in ihrer Form das einzige Bauwerk dieser Art in Deutschland und eine der eindruckvollsten Raumschöpfungen der Romanik!


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Fährbrunnen
Es ist noch nicht sehr lange her, dass man auf die andere Moselseite mit Hilfe einer Fähre übersetzen konnte. (Heute überspannen diverse Brücken den Fluss.) An eine solche Fähre (mit Fährturm), die Schiffer und an den Fischreichtum der Mosel erinnert der von Josef Welling 1985 geschaffene "Fährbrunnen". Diese Art von Fähren benötigte keinen Motor.
Fährbrunnen
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Entenbrunnen in Traben-Trarbach

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Seit 1898 verbindet eine Brücke die beiden Orte Traben und Trarbach, die sich 1904 zusammenschlossen. Das Brücktor ist zum Wahrzeichen der Gemeinde Traben-Trarbach geworden. Vom wirtschaftlichen Aufschwung zeugen die zahlreichen Jugendstilgebäude im Ort. Da kann man den kleinen Entenbrunnen schnell übersehen... Wie man lesen kann, gaben die Enten des Mühlenbaches der Entengasse hier den Namen - der Brunnen erinnert daran.

Entenbrunnen
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Noch zwei Brunnen in Leiwen

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Am Ende unseres kleinen Ausflugs an die Mosel kehren wir noch einmal an den Ausgangspunkt Leiwen zurück: In der Nähe des Moselufers kann man seinen Füßen mit einem Kneipp-Gang etwas Gutes tun oder einfach nur auf der Bank sitzen und dem Plätschern des kleinen Vulkan-Brunnens zusehen. Man kann aber auch noch weiter in den Ort hochsteigen zum "Bohnengarten" - dabei kommt man wiederum an einem Brunnen vorbei - und nun müssen Sie sich entscheiden:

a) weitergehen und den Bohnengarten in Leiwen, einen Skulpturengarten, besuchen
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zum Bohnengarten in Leiwen

oder

b) noch ein wenig an der Mosel bei den Brunnen von Trier verbleiben
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nach Trier

oder

c) zum (alphabetisch) nächsten Ort reisen:
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nach Nürnberg